Presseberichte aus 2017

Kinderbetreuungseinrichtung am Sportplatz

Hort-Umbau statt neuer Kita?

05.05.2017 Die Stadt Flörsheim hat ein drängendes Problem: Prognosen gehen von einem steigenden Bedarf von Kinderbetreuungsplätzen aus. Deshalb ist so schnell wie möglich eine neue Kita-Einrichtung notwendig. Darüber gibt es unterschiedliche Vorstellungen. So möchten die Freien Bürger (dfb) eine städtische Liegenschaft an der Riedschule zur Kita umwandeln.

Flörsheim. 

Ist es eine unpraktikable Forderung oder ist der Vorschlag der Freien Bürger realistisch, im ehemaligen Kinderhort an der Riedschule eine Kindertagesstätte unterzubringen? Um diese Frage zu beantworten, müssen wohl erst einmal die politischen Scheuklappen abgelegt und eine objektive Kosten- und Nutzen-Bewertung vorgenommen werden. Ob sich das so einfach bewerkstelligen lässt, darf bezweifelt werden. Die Fronten beim Thema neue Kita-Plätze sind zwischen der SPD und dem Viererbündnis von CDU, Galf, Freien Bürgern und FDP bisher verhärtet.

Die Freien Bürger sind nach eigener Aussage skeptisch, wenn es darum gehe, Kindergartenplätze zu schaffen, „die nachher von der Allgemeinheit mit einer Steuererhöhung bezahlt werden muss“, wie dfb-Stadtverordneter Harald Vogel erklärt. Deshalb stelle sich seiner Meinung die Frage, warum nicht bereits existierende Einrichtungen genutzt werden sollten.

Hohe Kosten

Harald Vogel erläuterte noch einmal den derzeitigen Sachstand: Um den Bedarf, allen U 2- und Ü 3 Kindern schnellstmöglich einen Kita-Platz zu ermöglichen, werde momentan ein temporärer Neubau an der Hauptstraße am Sportplatz geplant. Dies sei erst einmal lobenswert, wenn nicht die Kosten des privaten Betreibers Educcare im Raum stehen würden. Einmalig wären dies 2,9 Millionen Euro für den Neubau, dazu 150 000 Euro für Einrichtungskosten.

Educcare werde jährlich 200 000 Euro mehr benötigen, wie die bereits bestehende Kinderbetreuungseinrichtungen in der Stadt. Diese Summe müsse dann die Stadt Flörsheim übernehmen. Zwar sei die Fertigstellung für Januar 2018 geplant, die Freien Bürger vermuten jedoch, dass die Eröffnung im März 2018 stattfindet. dfb-Stadtverordneter Harald Vogel führt die Argumente gegen den bisher von Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD) sowie Ersten Stadtrat Sven Heß (Galf) favorisierten Betreiber auf. Der Vertrag mit dem privaten Betreiber müsse schon ab Oktober realisiert werden. Die Gehälter der Educcare-Angestellten würden dann zu 85 Prozent von der Stadt Flörsheim getragen. „Man beachte, ohne irgendwelche Gegenleistung. Dies bedeutet, zusätzliche Kosten pro Monat bis zum Beginn des Kindergartenbetriebs von circa 75 000 Euro, also im schlechtesten Fall 450 000 Euro für nichts“, kritisiert Harald Vogel weiter, der zudem meint: „Von einer Ungleichbehandlung gegenüber den bestehenden Kitas gar nicht zu reden.“

„Steuererhöhung droht“

Die Stadt geht derzeit von einem jährlichen Zuschussbedarf in Höhe von rund 650 000 Euro aus. „Die Freien Bürger befürchten, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Grundsteuer A und B erhöht werden muss, deshalb sagen wir ,Nein’ zu Educcare“, verdeutlicht Harald Vogel die Befürchtungen seine Fraktion. Der dfb-Stadtverordnete macht noch einmal deutlich, dass eine neue Kita für die Freien Bürger unabdingbar ist: „Wir begrüßen uneingeschränkt das Kita-Projekt, mit dem Platz für drei Ü 3- und zwei U 3-Gruppen geschaffen werden soll. Nur mit dem privaten Betreiber Educcare sind wir nicht einverstanden.“

Es besteht zurzeit ein enormer Bedarf an Räumen zur Deckung der Nachfrage an Kinderbetreuung in der Mainstadt. Deshalb hatten die Freien Bürger im Magistrat schon seit Wochen vorgeschlagen, die entsprechenden Räumlichkeiten an der Riedschule zur Nutzung für zwei oder drei Ü 3-Gruppen zu überprüfen. Die ins Spiel gebrachten Räume an der Riedschule wurden in der Vergangenheit für die Schulkinderbetreuung genutzt.

Das ehemalige Hortgebäude wurde 1989 für die Betreuung von maximal 40 Hortkindern erbaut. Harald Vogel weist darauf hin, dass die Einrichtung mit zwei großen Gruppenräumen ausgestattet ist, die über eine aufwendige Hochebene verfügen sowie zwei weiteren Funktionsräumen. Ein Werkraum, ein Personalraum, ein Büro sowie die Küche komplettieren die Einrichtung. Ein geräumiger Spielflur, der sich über die gesamte Längsachse des Gebäudes erstreckt, biete außerdem viele Nutzungsmöglichkeiten.

Als Wohnung genutzt

Das ehemalige Hortgebäude könne „mit relativ geringem und mit überschaubarem finanziellem Aufwand umgerüstet werden zu einer Tageseinrichtung für Kinder“, meint der dfb-Stadtverordnete.

„Wenn man jetzt bedenkt, dass an der Riedschule eine Kita besteht, die momentan von zwei Familien genutzt wird“, könne wohl relativ rasch eine Lösung gefunden werden. So könnten die dort wohnenden Familien in einer anderen städtischen Liegenschaft untergebracht werden. Danach sollte diese Einrichtung wieder seinem ursprünglichen Zweck, nämlich der Betreuung von Kindern, zugeführt werden, schlägt Harald Vogel vor.

(meh) Kreisblatt

 

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